20.11.10

Sitze gerade in einem Pub und esse typisch, irisches Frühstück. Spiegelei, Bohnen, Toast, Würstchen und etwas rundem, dass zwar wie Fleisch aussieht, allerdings nicht danach schmeckt. Ich lass es lieber liegen.Ne riesen Portion is das!

Mir is schlecht. Theoretisch müssten die Iren alle extreme Blutdruckprobleme haben. Das pure Salz! Außerdem hat der Fraß 12,50 Euro gekostet! Hatte eigentlich geplant, dort jeden Morgen zu frühstücken. Naja, die kleine Portion für 6 Euro reicht auch.

Gerade eingecheckt. Nette Leute hier. Aber so is das ja in Hostels meistens. 6 Bett Zimmer im dritten Stock, dafür mit Aufzug. Im Aufzug auch gleich ein Punk Pärchen aus Deutschland kennen gelernt. Muss ich auch nich unbedingt wiedersehen die zwei. Schließe die Tür auf und erwische meine neuen Zimmernachbarn beim vögeln. Ein wunderbarer Einstand. Ich bin mal lieber in den Aufenthaltsraum gegangen. Ich glaub, hier bleib ich auch erst mal ne Weile sitzen. Der Kaffee ist gut und es laufen die “Nine Inch Nails” in einer brutalen Lautstärke.

Nun mal von Anfang an: Konnte doch besser schlafen, als ich dachte. Bin kaum aus dem Bett gekommen, obwohl ich wirklich früh im Bett lag. Mein Mitbewohner hat vergessen, neuen Kaffee zu kaufen. “Nich schlimm” hab ich gedacht “Hol ich mir eben einen am Bahnhof”

Am Bahnhof bin ich von einer jungen Frau angesprochen worden, ob ich nicht Lust hätte, ein Hessenticket zu kaufen. Müssten nur noch auf irgendjemand anderen warten, damit sichs lohnt. “Äh, nein” war meine Antwort “Ich muss meinen Flug erwischen” Business, you know?! Hab meinen kompletten Kleingeldbestand in den Automaten geworfen (Es gibt jetzt übrigens neue, voll mit Touch und allem. Etwas verwirrend für die ältere Generation, zu der ich mich zähle) und als ich bei der letzten Münze war, hatte sie tatsächlich noch jemanden aufgetrieben, der mit uns die Karte kaufen wollte. Langes hin und her und schließlich mussten wir wie verrückt zum Zug rennen. Kam natürlich auch nicht zum Kaffee kaufen. “Naja, holst du dir einen in Frankfurt” hab ich gedacht.

Laut meinem ausgedruckten Fahrplan hätte ich 15 Minuten Aufenthalt am Hauptbahnhof gehabt. Zeit genug, um mir einen Kaffee zu kaufen und um eine Zigarette zu rauchen. In Frankfurt angekommen is sie dann los gelaufen und rief uns zu, dass in ner Minute die S-Bahn kommt. Schnell hinterher, S-Bahn verpasst, 10 Minuten Aufenthalt, immer noch keinen Kaffee, da zu faul zurück zu laufen. In der S-Bahn etwas kennen gelernt und uns gegenseitig versprochen, die gesparten 3 Euro bei einem eventuellen, nächsten Treffen in Kaffee umzusetzen.

Frankfurt Flughafen. Der kleine Flo allein am Frankfurter Flughafen. Instinktiv erst mal nach rechts gelaufen, um nach ca. nem Kilometer zu merken, dass ich komplett falsch bin. Wieder zurück, Lageplan gelesen, weitere hunderte von Metern über- und unterirdisch zurück gelegt um schließlich am Check-in von Aer Lingus zu landen. (Haha! Zu landen) Dort wurde mir dann unterbreitet, dass es keine Freigepäckgrenze gibt. Musste also meinen Rucksack aufgeben und 20 Euro dafür bezahlen.

Meinen ersten Kaffee hab ich dann sechs Stunden später, als geplant eingenommen. “Wollen Sie Milch dazu?” “Ja, aber nurn Schluck”. Kaffee, der mehr Wasser, als Kaffee war, verdünnt mit Milch für 4 Euro.

Der Flug war recht unspektakulär. Start und Landung und dieses fliegen im Allgemeinen halte ich zwar immer noch für schwarze Magie, es war aber nich so schlimm, wie beim ersten mal. Hab sogar ne halbe Stunde geschlafen. Nimm das Flugangst!

In Dublin hab ich versucht mich durch den Busfahrplan zu kämpfen und Shuttlebusfahrer gefragt, wo sie hin fahren bzw. wo ich hin muss. Keiner konnte mir weiter helfen und so musste ich Taxi fahren. Der Grund, warum mich die Shuttlebusfahrer nicht verstanden haben, war weil ich den Namen der Straße, in der mein Hostel liegt, falsch ausgesprochen hab. Ich hab auch mittlerweile wieder vergessen, wie es ausgesprochen wird. Verfluchtes Irisch. Jaja, die sprechen ja auch englisch hier, werdet ihr euch denken, aber mit nem Iren Englisch sprechen is auch ne Kunst. Absolute Konzentration is da gefragt!

Ein sehr netter, älterer Taxifahrer, der mir die wichtigsten Pubs für traditionelle, irische Musik und Plätze, an denen man unbedingt gewesen sein muss, genannt hat, bzw. welche man besser meiden sollte. Hätte ich mir das alles mal aufgeschrieben!

Ich hol mir noch nen Kaffee und lauf mal durch die Stadt. Bis später…oder morgen…oder so :)