Der Julien von “Der Impuls” hat mich gestern gefragt, ob überhaupt schon mal irgend ein gutes Tribute-Album veröffentlicht wurde. Nach stundenlangem Grübeln kam ich zu dem Entschluss: NEIN! Und warum? Weil cover von anderen Musikern viel zu oft, viel zu gewollt klingen. Weil sie Momente, die man mit den Originalen verbindet zerstören, oder weil man den Glauben an das Gute verliert, wenn man hört, welche Interpreten sich an welchen Künstlern vergreifen.

Kennt jemand Kesha? (ich schreibs bewusst ohne dieses beschissene Dollarzeichen) oder wie wärs mit Miley Cyrus oder Natasha Bedingfield? Die Frage ist: WILL man von diesen Menschen überhaupt Coverversionen von irgendwelchen Songs hören? Geschweige denn, den Rotz, den sie sonst produzieren.

Und wenn dir jetzt jemand sagt, dass Kesha Bob Dylan gecovert hat, was würdest du sagen? “Glaub ich dir nich” würdest du sagen. Und dann folgst du diesem Link, likest die Amnesty International Facebook-Seite und wirst erschlagen von sage und schreibe 75 Künstlern (oder eben nich), die Songs von Bob Dylan interpretieren.

Und dann hörst du dir den Track von Miley Cyrus an und denkst “Nuja, steril produziert, aber eben n traditioneller Folk-Song” und dann hörst du dir Kesha an und bist überrascht. Positiv überrascht. Sie wird in meinem Ansehen nicht unbedingt steigen, aber ja, Kesha hat aus “Don’t think twice, it’s allright” eine gute acapella-Version gemacht!

“The Songs Of Bob Dylan” ist trotzdem kein gutes Album. Masse statt Klasse war für die Beschreibung eines Albums nie passender, auch wenn es einzelne, löbliche Ausnahmen gibt, ich will so was nich hören. Entscheide selbst.