First of all: Ich mag Deutsche Musik nich. Die einzigen deutschen Künstler in meinem Plattenregal sind Franz Josef Degenhard und Hannes Wader. Ich hab mich mit der Hamburger Schule auseinander gesetzt, ich hab so viele Künstler jenseits des Mainstreams gehört und schnell wieder ausgemacht, weils einfach nich ging.

Vielleicht liegt es an der Sprache an sich? Weil die Texte so schnell ins pathetische abdriften. Tim Betzo (oder wie der heißt) macht doch auch nichts anderes, als Schlager mit ein paar Jugend- bezogenen Punchlines. Da singt er von mails checken und das ist doch auch eigentlich der einzige wirkliche Unterschied zu Helene Fischer.

Sören von den Empty Guns hat mir geschrieben und mir angeboten, ihre neue Platte zu rezensieren. Ich bekomm hier in der Woche ungefähr 15 Anfragen von Bands, die ihre Sache promoten wollen. Und das sind nur die unangeforderten. Ob das jetzt viel, oder wenig is, weiß ich nich. ASIWYFAB ist ja eigentlich noch sehr klein. Von diesen 15 kommen die meisten schon ungelesen in den Papierkorb, wenn ich den Eindruck hab, dass die Mail so allgemein wie möglich gehalten wurde, um möglichst viele Blogs anzusprechen.

Vielleicht lags an der Stimmung, vielleicht liegts am Alter, dass einen ja doch ein wenig ruhiger werden lässt, aber auf jeden Fall hab ich mir den Track “Habitat” vom Anfang bis zum Ende angehört. Dann noch mal und dann noch mal und ja, natürlich muss man sich drauf einlassen, wenn man normalerweise mit deutscher Musik nichts anfangen kann und ja, hier und da gibt es Reime, die mir kurz die Nackenhaare aufstellen lassen, aber im Endeffekt is es doch nur wichtig, was der Hörer draus macht. Was der Künstler uns mit einer Metapher sagen will, ist doch immer Auslegungssache und das unterscheidet sie doch nich von englisch singenden Musikern.

Viele Menschen haben über die Problematik von deutscher Musik geschrieben und eigentlich ist ja auch alles schon gesagt, aber für mich ist das echt ein ziemlich wichtiger Moment. So musikalisch gesehen.

Dieses Mini-Album wird mir nicht nur in Erinnerung bleiben, weil es meine erste Rezension überhaupt ist, sondern weil die Jungs aus Tangermünde (das liegt übrigens in Sachsen-Anhalt, ich musste das auch googlen) ihr Handwerk verstehen.

Ausschweifende delay-Gitarrenparts, ein Drummer, der Akzente setzt, für ne Indie-Band ziemlich frickelt und dem ich gerne zuhöre und ein Sänger, der irgendwie klingt, wie Kim Frank (der kommt übrigens aus Flensburg. Nur so nebenbei). Das muss ja auch nichts schlechtes sein. Hoffen wir nur, dass ihm ein anderes Schicksal bevorsteht, als quallen-Kim.

Ich versteh oft überhaupt nicht, was sie mir sagen wollen, weil mir die Basis für deutsche Texte fehlt und doch freu ich mich innerlich jedes mal auf das lang gezogene “RUUHEEEE” beim Track “Niemand hat vor eine Mauer zu bauen”. “Du rauchst nich, ich auch nich” und schon hab ich vor meinem geistigen Auge jemand ganz bestimmten sitzen. Ja, diese Musik kann mich in verschiedene Stimmungen versetzen und das hätte ich ihr nicht zugetraut!

Vielleicht haben die Empty Guns mit diesem Album einen festgefahrenen Musik-Nazi dazu bewegt, mal über den Tellerrand zu schauen und irgendwie ist das doch, wenn man sich wie ich mit der Materie nich auskennt, auch Ritterschlag genug.

Die EP “Niemand hat vor eine Mauer zu bauen” erscheint am 16.03 über recordjet und kann hier vorbestellt werden.

Hier der erste Track “Habitat”
empty guns – habitat by empty guns

Auf Tour könnt ihr die Jungs hier erwischen, ich denke, man sieht sich in Hamburg

16.03. Magdeburg – Cafe Central
17.03. Kiel – Prinz Willy
23.03. Weimar – Kasseturm
24.03. Münster – Lorenz Süd
31.03. Aachen – AZ
13.04. Döbeln – Cafe Courage
14.04. Zittau – Emil
12.05. Bayreuth – Glashaus
02.06. Stendal – Theater der Altmark
04.06. Hamburg – Astrastube
05.06. Potsdam – Waschhaus
06.06. Berlin – About Blank
09.06. Espelkamp – Frotheim Open Air
23.06. Landau – Südstern