Wie konsumierst du Musik? Wann hast du das letzte mal eine CD in den Player gelegt? Letztere Frage hab ich mir gestellt, als ich gelesen habe, dass das Label “Butterfly Collectors” in Zukunft auf physische Releases ihrer Künstler verzichtet.
So ganz stimmt das allerdings nicht. Denn statt eines Albums mit CD bekommt man für sein Geld ein Album mit download-Code. Ein, ich zitiere:

Ein physikalischer, greifbarer Begleiter (15×15 cm) der Musik, die man sammelt. In bester Qualität liebevoll gestaltet und auf feinstem Papier gedruckt.

Coole Idee, dachte ich. Das Format kommt dem der CD recht nahe und in Zeiten, in denen man seine Musik in erster Linie über digitale Abspielmedien konsumiert, kann dieser “physikalische, greifbare Begleiter” zumindest im CD-Regal Teil einer optisch ansprechenden Sammlung werden. Denn darum geht es mir in erster Linie. Ich will vor meinen CD Regalen stehen, mir zum Beispiel die lückenlose “Such A Surge” Sammlung anschauen und in Erinnerungen an die Pubertät schwelgen, als diese Musik einen so hohen Stellenwert hatte.

Die Alben an sich hab ich seit bestimmt 10 Jahren nich mehr angefasst. In meiner Mediathek sind sie auch nicht vertreten, aber es gab eine Zeit in meinem Leben, da waren die Jungs die größten für mich und das spiegelt meine CD-Sammlung wider.

Heute kaufe ich mir in erster Linie Platten. Die Art und Weise, wie ich die Musik von einer Platte genieße, fast schon zelebriere, daran kommt kein Medium der Welt heran und das haben auch die Leute von “Butterfly Collectors” erkannt, denn:

Wir werden zu allen Veröffentlichungen unserer Labelkünstler auch limitierte Editionen auf Vinyl herstellen

Und damit haben sie theoretisch alle Ansprüche, die ich als Konsument habe, befriedigt und doch bleibt da etwas Enttäuschung zurück. Das “Album” ist streng genommen nicht mehr, als ein Booklet. Ein schönes Booklet, zugegeben, aber wenn ich schon ein physisches Medium haben will, dann möchte ich es auch ausstellen können. Vor einer CD-Wand stehen, wie in einem Museum und die einzelnen Künstler ausschecken. Mich durch die Plattenkiste wühlen und besonders tolle Cover ganz genau inspizieren. Das gehört zum sammeln von Musik dazu und das fehlt mir beim “Album” der Schmetterlings Sammler.

Klar, hast du was in der Hand, aber wer liest Booklets öfter als das eine mal an dem Tag, als du es bekommen hast?

Das “Album” an sich halte ich für eine gute Idee, sofern es auch im Regal gut aussieht. Dort geht es aber derzeit noch verloren. Ändert das Format, macht es zu einem Gegenstand, den man gerne in einer Sammlung hat. Den man “von außen” betrachten kann, während er in einer Reihe eurer Alben steht. Dann kann ich mich mit dem Medium “Album” anfreunden und mache gerne Platz dafür in meinem CD-Regal.