Hinsetzen! Ruhe! Diese Musik erfordert volle Aufmerksamkeit!
“All Hell” hörst du nicht beim Wäsche zusammen legen, oder beim Autofahren auf dem Weg zum Supermarkt. Man sollte sich die Zeit, das Album komplett zu hören schon nehmen, denn so viele Genres hast du in einer halben Stunde noch nie so perfekt miteinander verschmelzen hören.
Aufgrund des Hypes von manchen Blogs schon als “das männliche Pendant zu Lana Del Rey” gesehen, auch James Blake’s Aufstieg und Stagnation wird zum Vergleich herangezogen. Viel Interpretation, viel Mythos, wenig Musik und möglicherweise auch schon der größte Unterschied zu den beiden genannten, die Chartskompatibilität, die Möglichkeit hier überhaupt irgendwas zu hypen.

Gibson klingt in einem Song wie Matt Berninger von The National, im nächsten wie Elvis und halt Dich fest es geht noch weiter, im nächsten wie Peter Steele von Type O Negative. Stimmlich wohlgemerkt, musikalisch wird hier sogar in noch mehr Meeren gefischt. Die Musik für einen ausklingenden Abend, der enttäuscht hat. Einen Abend, den man möglichst schnell vergessen will. Dieses Album trägt einen von schummrigen Hinterhöfen schmieriger Clubs, durch verregnete Straßen mitten in die Wüste.

He’s drunk in his sadness at 5th and High. You can’t look him in the eyes darling, when you pass him by” Und man fühlt sich angesprochen. Versetzt sich in beide Seiten in ihrer Tristesse und Leere.
Viel 80er spielt hier mit. Nicht nur musikalisch, sondern auch geschichtlich. So klingen Polizeiserien aus amerikanischen Metropolen, bevor die Straßen mit aller Gewalt vom Dreck gereinigt wurden. Das Bild New York’s, dass Martin Scorsese in Taxi Driver zeichnet. Das hier ist sein Soundtrack.

Sunny, like the day you were born. Yeah, i’ve been feeling like fallin in love” wer hier an lebensbejahendes denkt, wird enttäuscht. Dieser Mann macht Dich auch traurig, wenn er versucht Dir seine Liebe zu zeigen.

“All Hell” funktioniert nur als ganzes und doch gibt’s hier die zwei vielleicht “eingängigsten” Songs auf dem Album.

Ray:
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Tiffany Lou:
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“All Hell” ist seit dem 16.03. erhältlich. Die auf 400 Stück limitierte Vinyl Version gibt’s hier, wer die CD- Version findet, sollte sich glücklich schätzen, die hab ich bisher noch nirgends gefunden. Digital gibt’s die Scheibe bei Spotify oder zu kaufen bei iTunes