Dieses Jahr ausnahmsweise mal pünktlich und mit großer Sorgfalt ausgewählt, die asiwyfab Jahrescharts. Ich weiß, man liest es immer wieder und auch ich bin dessen überdrüssig, aber es war Albummäßig ein sowas von gutes Jahr, dieses Jahr 2012, dass es mir wirklich schwer fiel, die Album Charts gerecht und lückenlos zu schreiben.

Ich bin mehr oder weniger schon seit Juni diesen Jahres dabei, die Charts aufzustellen und auch wenn ich die Alben am Ende doch wieder komplett durcheinander wirbeln musste, mit diesen hier bin ich mehr als glücklich.

Doch schauen wir zunächst auf das Jahr 2012 aus der Sicht des Blogs. Lukas ist seit Januar fester Bestandteil von asiwyfab und ich könnte nicht glücklicher darüber sein. Seine Reviews werten das Ding hier ziemlich auf und mit Antlered Man und Alt-J hatte er zum Beispiel schon lange vor anderen, etablierteren Blogs, den richtigen Riecher für die nächsten Hypes.

Zu den Statistiken Bei den Wikio-Charts haben wir uns im vergangenen Jahr von Platz 53 auf derzeit Platz 31 gearbeitet. Klingt gut, ist aber ein klein wenig enttäuschend, weil wir im Oktober auch schon mal an der 20 gekratzt haben. Ich verstehe die Zusammenstellung dieses Rankings nicht, werde es auch nie verstehen und habe mir fest vorgenommen, mich im neuen Jahr einfach nicht mehr darum zu kümmern.
Besuchermäßig schauen wir mit Stolz auf mittlerweile durchschnittlich 250 unique visitors am Tag, was immerhin über 100 Besucher mehr sind, als vor einem Jahr. Der 1000 Post wurde vor nicht allzu langer Zeit zelebriert und wenn das hier Alles so weiter geht, wird es asiwyfab -unabhängig von den Besucherzahlen- auch in zehn Jahren noch geben.

Das Design ist in diesem Jahr überraschenderweise, bis auf kleinere Designanpassungen gleich geblieben, wofür ihr in erster Linie meinem liebsten noch- Mitbewohner danken müsst, der das Ding hier von Grund auf selbst erstellt, und sämtliche noch so kleinen Wünsche meinerseits berücksichtigt hat. Über Facebook und Twitter Buttons können Lukas und ich zwar nächtelang diskutieren, ich halte es aber nach wie vor für die beste -weil cleanere und schönere- Lösung. Danke Philipp!
Das neue Logo entstand in mehreren Nächten, in denen ich Nachtdienst geplagt nicht schlafen konnte und mich durch hunderte von Illustrator und Photoshop Tutorials quälte, um endlich ein Logo zu haben, dass mich vollkommen zufrieden stellt. Die erste Ladung Merch, bestehend aus Pins und Stickern ist schon unter die Leute gebracht und verschönert zum Teil diverste Clubs in Hamburg. Wenn die zweite Auflage kommt, werden alle, denen ich das Zeug versprochen habe versorgt. Hand drauf!

Auch Konzertmäßig war dieses Jahr ein gutes Jahr. Damien Jurado auf Kampnagel war nicht zuletzt wegen der grandiosen Vorband Megafaun eines der Highlights. Radiohead in der klirrend kalten Wuhlheide zusammen mit dem Kurzurlaub in Berlin, ein quickfideler Tallest Man On Earth, das This Charming Man Label Fest im Hafenklang, dass dieses Label endgültig zu meinem absoluten Lieblings- Label gemacht hat und Kadavar zu einer meiner Lieblingsbands. Ja, ich kann alles in allem zufrieden auf das Musikjahr 2012, als auch privat zurückblicken. Danke Anne für die vielen Kilometer, die wir gemeinsam zurück gelegt haben, um nette Menschen zu treffen und schöne Musik zu hören, danke für die netten Worte und Gesten, wenn mich wieder irgendwas Blog- relevantes genervt hat. Danke für Alles!

So, genug geschrieben. Los geht’s mit den asiwyfab Album Top 10 2012. Wie zu erwarten geht’s genretechnisch von hier nach da, von laut nach leise, von hart zu zart. Aber das hier ist eben weder ein reiner Metal- noch ein reiner Folk- Blog. In diesem Sinne…

10. Mark Lanegan – Blues Funeral

Ende letzten Jahres bereits mit dem großartigen “Gravedigger’s Song” angekündigt, erschien Mark Lanegan’s “Blues Funeral” als erstes -mehr oder weniger- Soloalbum nach fast acht Jahren. Eine bombastische Mischung aus Synthie- Drums und bekanntem Songwriting machen dieses Album zwar nicht zu Mark Lanegan’s bestem, aber zu einem guten Comeback – Album.

9. Daughn Gibson – All Hell

Daughn-Gibson-All-Hell-cover-art

Eines der am schwersten zugänglichen Alben des Jahres ist definitiv Daugn Gibson’s Debüt “All Hell”. Eine harte Mischung aus Samples und Synthie- Sounds gemischt mit Gibson’s sonorer Stimme und gelegentlichen Country Anleihen. Klingt nach hartem Tobak, ist es auch. Daughn Gibson’s Texte tun ihr übriges und wie ich vor einem halben Jahr schon geschrieben habe: “Dieses Album trägt einen von schummrigen Hinterhöfen schmieriger Clubs, durch verregnete Straßen mitten in die Wüste.”

 

8. What The Blood Revealed – Harbour Of Devils

In irgend einem Post-Metal Blog wegen des martialischen Covers angeklickt, nach mehreren Tagen ununterbrochenem Hörens für gut befunden und im Endeffekt für eines der besten (je nachdem in welcher Stimmung ich gerade bin, sogar für DAS Beste) instrumental Post- Metal Alben überhaupt befunden. Mit enormer technischer Perfektion und der Gabe, Post-Metal irgendwie “catchy” zu hinzubekommen, haben mich die vier Schotten immer wieder zum erstaunten Kopfschütteln gebracht.

7. Kendrick Lamar – good kid, m.A.A.d city

West- Coast Rap ist für mich in den letzten zwanzig Jahren immer mehr zu einer lächerlichen Posse verkommen und so schenke ich normalerweise irgendwelchen Releases wenig, bis gar keine Aufmerksamkeit. Kendrick Lamar’s “good kid, m.A.A.d city” geisterte aber schon seit Monaten durch die Blogs und als ich die Hookline von “Swimming Pools (Drank)” zum ersten mal gehört hab, stellte sich zum ersten mal seit ner gefühlten Ewigkeit so etwas wie Gänsehaut ein. Das Album überzeugt auf ganzer Linie und bietet neben Tributen an alte Helden genug Stoff für das beste Rap- Album aus Compton seit Ice Cubes Predator!

6. Father John Misty – Fear Fun

J. Tillman ist mir meist zu öde und so waren meine Erwartungen an sein Father John Misty Alter- Ego auch nicht besonders hoch. Doch bereits die erste Auskopplung “Hollywood Forever Cemetery Sings” geht in die absolut nie für möglich gehaltene, andere Richtung und somit ist “Fear Fun” ein wunderbarer Tribut an frühen Folk, frühen Soul und ein bisschen auch an die Beatles.

5. Messer – Im Schwindel

Wer diesen Blog aufmerksam verfolgt, weiß, wie schwer ich mich für gewöhnlich mit deutscher Musik tue. Messer’s “Mutmaßungen über Hendrik” brauchte deshalb auch ein paar Anläufe, bis ich vollends überzeugt war und die Promo orderte. Meine überschwängliche Rezension, wegen der mir schon Bestechlichkeit vorgeworfen wurde, gibt’s hier und auch ein knappes, halbes Jahr danach bleibt “Im Schwindel” eine der besten Platten, die ich je auf Deutsch gehört habe.

4. Damien Jurado – Maraqopa

Damien Jurado habe ich gitarrenspieltechnisch ne Menge zu verdanken. Durch ihn weiß ich, wie simpel und doch ergreifend ein einfacher dreiakkord- Song sein kann. Die Ende letzten Jahres veröffentlichte Single “Nothing Is The News” zeigte eine Krautrock artige Seite Jurado’s, die nach gefühlten 20 Akustik Alben mehr als angenehm war. Das Album bietet viel Jam- Charakter und Experimentierfreudigkeit, ohne zu weit über’s Ziel hinaus zu schießen.

3. Alt-j – An Awesome Wave

Lukas hatte bei dieser Band den richtigen Riecher und so wurden nach und nach sämtliche Blogs möglicherweise auch durch uns auf diese wunderbare Band aufmerksam, die eine spielfreudige Art des Indie-Rock für sich entdeckt hat, die über jeden Zweifel erhaben ist. Mehrstimmige Chöre, tightes Livespiel, und einfach unglaublich viel Innovation machen “An Awesome Wave” zu einem unglaublich guten Indie-Rock Album.

2. Kadavar – Kadavar

Psych-Rock ist derzeit so angesagt, dass es fast schon schwer fällt, mögliche Perlen heraus zu picken. Durch mein Lieblings- Label “This Charming Man” aus Münster bin ich somit auch erst recht spät auf Kadavar aufmerksam geworden. Beim allerersten hören der Platte saß ich mit offenem Mund, kopfschüttelnd vor dem Plattenspieler weil ich eine so großartige Mischung aus Black Sabbath und der prä- “Bourrée” Zeit von Jethro Tull im Jahre 2012 einfach nicht für möglich gehalten hätte.

1. Ultraista – Ultraista

Ich gebe es zu, der Name Nigel Godrich war mir vorher auch im Zusammenhang mit Radiohead kein Begriff. Klar, dass er als Produzent der einflussreichsten Alben der Band einen gewissen Status hat und klar, dass damit im Zuge der Werbemaßnamen für seine eigene Band Werbung gemacht wird und schließlich ist dieses Namedropping im Vorfeld auch der Grund, warum ich mich überhaupt näher mit dieser Band beschäftigt habe. Bei jedem einzelnen Song schwirrt immer ein bisschen Radiohead- Nostalgie mit und trotzdem ist Ultraista die möglicherweise beste Lossagung an den Produzentenstatus, die Nigel Godrich  hin bekommen konnte. Die wunderbaren loop- Sounds, die Sängerin Laura Bettinson bei jedem Songs kreiert, das stets innovative und immer irgendwie gleichwertig, vordergründige Drumming von Joey Waronker und ja, eben Nigel Godrich’s Genialität als Produzent machen Ultraista’s gleichnamiges Debüt zu DEM Album des Jahres!

Und sonst?

 

Und sonst waren da noch Angel Olsen, Sharon Van Etten, Polica und ganz, ganz viele andere Künstler, die in diesem Jahr gute Alben, oder zumindest annehmbare Alben mit vereinzelt, guten Songs heraus gebracht haben. Oder eben auch nicht. Die Neue von the xx finde ich so langweilig, dass mir die Füße einschlafen, Sun Kil Moons “Among The Leaves” war bis auf das grandiose “Sunshine In Chicago” eine lieblos zusammen geschusterte B-Seiten Sammlung Tame Impala’s Zweitwerk zu gewollt, von den Shins brauchen wir gar nicht erst anzufangen und ja, da war noch das Soundgarden Comeback .

Ursprünglich wollte ich eine “Song Top 10″ Liste machen, jedoch wurde es bei jedem Song, der dazu kam schwerer und schwerer. So ist es nun eine “ultimative asiwyfab best Songs of 2012″ geworden, die ich in eine Spotify Playlist gepackt habe. Dabei natürlich meine persönlichen Lieblinge der Album- Top 10, aber auch mein Sommerhit “Millions” von den Eternal Summers, n bisschen was aufs Maul von You Sut!, den Whores oder Off!, sowie Jazziges vom Portico Quartet. Definitiv für jeden was dabei und definitiv die Besten Songs des Jahres 2012.

Der Mittelfinger des Jahres geht definitiv an Vice/Noisey, die meinen Blutdruck, trotz Betablocker, dank ihrer überheblichen, arroganten Art -zuletzt hier- immer wieder aufs Neue in schwindelerregende Höhen treiben und die mich mittlerweile sogar mehr nerven, als der Hänger von Amy&Pink.