Jeder kennt diese verdammte Szene aus dem Film “Die fabelhafte Welt der Amélie”, in der Amélie Poulain beschreibt, wie es sich anfühlt, die Hand in einen Sack voll Bohnen oder Nüssen oder Reis oder was weiß ich zu schieben, dieser sensuelle Glücksmoment, der sofort überspringt auf den Betrachter. Im Film ist diese Szene natürlich arg kalkuliert, weil jenes Gefühl so massenkompatibel ist, dass es wahrscheinlich nur noch Veteranen mit posttraumatischer Belastungsstörung nicht nachempfinden können.
Das gestern veröffentlichte Video zu Deptfort Goths Single “Feel Real” enthält auch so ein Bild, das allein durch die visuelle Wahrnehmung so ein spezielles Gefühl transportiert. Ein Bild, das wie im Kinofilm nur durch die Handbewegung funktioniert, aber auch eines, von dem ich mich frage, ob nicht gerade dieses geeignet ist, jene vergessenen Traumapatienten zurück zu holen, einfach, weil es an Zärtlichkeit nicht zu übertreffen ist.

Das neue Deptford Goth Album “Life after Defo” erscheint am 22. März und die Single gefällt mir sehr gut.

via disco naiveté