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Geschrien vor Glück hätte ich fast nach dem Intro Track dieses Albums, “Above Your Means”. Ein waghalsig rasanter Begrüßungsjam mit Flöten, ganz viel Echo und goldigen Gitarrenwand-Miniaturen, originell-kaputt. Wäre nur das restliche Album auch so kaputt. Was aber folgt, sind mal mehr (The Undertones/The Buzzcocks) mal weniger (The Strokes) Anleihen von 70s Brit-Rock bis eben Retro-Garagen-Rock … achja, und Surf-Rock Gitarrenläufe auf kleinen Wellen. Aber all das dann in geschmeidigem Optimalgewicht zueinander und meist nicht zu viel von irgendeinem Genre. Fun Fun Fun & Safety first.

Womit wir schon beim Haken sind. Und der verbirgt sich nicht mal hinter der klassischen, lyrischen Versteifung von Mädchen-Problem Topoi und Jungs-Selbstbehauptungsthemen (Song “Father Figure”!). Eher geht es mir um die Leichtigkeit dieses Albums, die mich skeptisch macht. Eine Leichtigkeit, durch die nach fünf Durchläufen jeder Druck merklich abfällt und schiefe Referenzen zur Belastung werden. Musik für ein hungriges Partywochenende hört sich anders an. Musik, die man anmacht für den schnellen Kick an einem Montagnachmittag, an dem man für eine halbe Stunde noch mal daheim was erledigen muss, ist das hier dagegen schon eher.

Das Album der Tijuana Pathers ist also ein Rubbellos mit vereinzelten Kleingewinnen. Zwei Euro hier, vier dort. Der Gewinn wird in ein neues Los investiert und – Überraschung – man landet bei Null. Ein dummer Spaß, ein kurzer Spaß. Nichts mit “großes Los”, nichts mit Nachhaltigkeit. Montagsmusik.

Und dieser Sparte scheint sich „Semi-Sweet“ zumindest insofern bewusst zu sein, als dass es eben darüber hinaus nicht aufmucken will. So behält es das eigene Spektrum von Sound und Attitüde dort, wo es hingehört: auf den Tanzveranstaltungen, die unter der Woche stattfinden. Hängen bleiben das schmusige “Boardwalk” oder das rasante “One Way Ticket”. Aber für Wochenenden werde ich anderes bevorzugen. Um Montagmorgen-Playlisten zu füllen, reichen Auszüge aus “Semi-Sweet” aber weiß Gott. Und das dürfte Fluch und Segen gleichzeitig bedeuten.

 Wertung von 10:

5von10-klein





Aus Mangel an Verlinkbarem aus Semi-Sweet hier einfach mal nen Link zum Debüt Album “Max Baker” (2010) (welches übrigens um einiges mehr gefällt) und das Video zum damals herausragenden “Summer Fun”.

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