the downing men - all of the unknown1

Selten habe ich so mit den Zähnen knirschen und einer Band meine späte Gnade erteilen müssen, wie bei den Drowning Men. Denn eigentlich mochte ich das Kalifornische Quintett vom ersten Ton an nicht. Ihr etwas wahllos folk-poppiges, dahin erdachtes und mittelmäßig beglückendes Musizieren hat mich schon bei allzu ähnlichen Acts zum Wegschalten gebracht. Und dann auch noch das: The Drowning Men sind beim Band-Label von Flogging Molly unter Vertrag. Und Leute, echt mal … Flogging Molly ist so ziemlich die schlimmste Band dieses Planeten. In Ihrer musikalischen Nervigkeit getoppt nur noch von The Pogues.

Aber ich bin ja nun nicht das große Schwein, das eine Band einfach so pauschal abschreibt, nur weil sie in diesen harten Zeiten auf dem Label von Rockflötisten gelandet ist. Naja, zumindest will ich da Besserung beweisen. So jetzt also im Fall der Drowning Men. Eine Band, die “voller hinreißender Melodien und poetischen Texten ein Monster von einem Album erschaffen hat.” Steht so im Promotext. Steht so aber nicht auf meinem Papier. Bei mir steht: “Eine Band, die voller Melodien und vorhandener Texte ein Album erschaffen hat.” Jaja, weniger Häme jetzt. Okay, also: Ich mag The Drowning Men. Wirklich! Während ihrer Deutschland-Tour letzten August hab ich sie verpasst und damit auch Songs wie “A Fools Campaing” oder “A Better Place”. Die haben mir auf dem Album “All Of The Unknown” echt gefallen. Oder Song “The Waltz”. Mitgewippt hätte ich dazu live. Vielleicht hätte ich mir auch so eine nette Akustik-Session wie hier unten im Video gewünscht. Und wo doch Frontmann Nathan Bardeen mich immer an den Brad Pitt Charakter aus Inglorious Basterds erinnert, wäre ich ganz aufgeregt bei dieser Mischung aus Gefahr und Sanftheit gewesen, sodass ich womöglich aus Versehen sein Glas Guinness vom Bühnenrand gestoßen hätte. Aber wer trink auch schon dieses Guinness?!

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Im Sommer 2012 arbeitete die Band an ihrem nun zweiten Full Lenght Album. Sommerlich ist es ja geworden, das stimmt. “Beschwingt”, könnte man sagen. Und jetzt, wo der Sommer aber halt vorbei ist, bleiben mir zwei Dinge zu sagen: 1) Album “All Of The Unknown” wird bei mir eingehen, als das Album, das ich 2013 am längsten mit mir rumgeschleppt habe, ohne es zu wollen. Wie eine Erkältung etwa, aus der man dann gestärkt heraus kommt. Und 2) werde ich diese Sommererkältung nicht richtig vergessen können, obwohl ich mir ihre Symptome so bald nicht wieder anhören werde. Ein gemischtes Gefühl, aber The Drowning Men bleiben bei mir. Ja, ich hab ich sie gern, diese tätowierten Männer mit den geliehenen Melodien und meiner errungenen Aufmerksamkeit. Und jetzt kommen die schon wieder auf Europa-Tour, weshalb ich jetzt mal kurz gucke, ob ich am 12.10. schon was vor hab – Huch! Ja, hab ich: Zähne knirschen.

Wertung von 10 Leprechauns:
6von10-klein


Anstehende Deutschlandtermine:
09.10 – Hamburg
10.10 – Köln
11.10 – München
12.10 – Berlin
15.10 – Frankfurt