Black Lizard Cover

Black Lizard sind Neo-Psych-Rock aus Helsinki. Und der klingt wie eine Mischung aus verehrten The Velvet Underground, polierten Spacemen 3, angestaubten Crocodiles, handgeküssten Hall-Effekten, übertriebenen Akkord-Schleifen und einer Kopie des großartigen Brian Jonestown Massacre Songs “Anemone” (1996). Letzteren nahm man, streckte ihn auf 36 Minuten Länge und 9 Songs und nannte das ganze dann Debüt. Was wirklich dabei heraus kam, ist das ermüdend bis schlicht langweilende Album einer Band, die sich keinen Zentimeter bewegt in ihrer musikalischen Comfort Zone.

Nehmen wir Albumtrack “New Kind Of High”. Er vor allen anderen ist der vielleicht direkteste Abklatsch der Stilmittel von “Anemone”. Doch bloß weil “New Kind Of High” halb so schnell voran schreitet wie “Anemone”, ein viertel so groovig ist wie “Anemone”, und ein fünftel so intelligent wirkt wie “Anemone”, heißt das noch nicht, dass wir es hier auch mit einem eigenständigen Song zu tun haben. Allein der Titel “New Kind Of High” paraphrasiert ja schon die Emotion, die “Anemone” bei seinen Hörern hervor ruft(e), zu geistloser Verschriftlichung. Auf den Rest des Songs möchte ich gar nicht erst eingehen. Ärgerlich.

Im kindlichen Versuch also, “New Kind Of High” seine Mission einfach auf die Stirn zu tätowieren, verrät man hinter feindlichen Linien aber natürlich gleich das gesamte Album. Von A wie stumpfe Songnamen (“Some Drugs”, “Fucking Up”, “Love Is A Lie”) bis Z wie stumpfe Instrumentation stört mich an diesem Album fast alles. Sogar das “supersmarte” Cover Artwork. Obwohl, naja, den Song “Boundaries” (siehe unten) mag ich vielleicht dann doch ein wenig. Kein Wunder, dass man dazu auch schnell mal ein Video produzierte.

Ach, und es gibt da eine kleine deutsche Rock-Band, die sich ebenfalls Black Lizard nennt. Nur wer verklagt jetzt wen?! Wahrscheinlich verklagt hier aber niemand niemanden, weil es bei ausbleibenden Banderfolgen ja schließlich nichts vor Gericht zu erkämpfen gibt, oder? Den Finnen will ich jedenfalls noch sagen: ihr nehmt vielleicht nicht die falschen Drogen, aber ihr seid einfach keine Drogen-Typen. Mehr Gemüse auf euren Speiseplan und ich höre mir eventuell noch ein mal irgendeinen Song von euch an.

Wertung von 10 Pillen:
4von10-klein

[youtube id=”mKufIxfD9lA” mode=”normal” align=”center”]