i am oak ols songd

I am Oak. Was heißt das übersetzt eigentlich? Ich bin aus Eichenholz? Ich bin eine Eiche? Ich fühl mich wie eine Eiche? Oder gar die Eiche bin ich? Zumindest sollte man die Utrechter Band I am Oak nicht mit den ganzen anderen Eichen im Wald verwechseln. Wye Oak, Mighty Oaks oder Fair Oaks. Den Wald vor lauter Bäumen und so. Ehem, jeedenfalls:

Ohne die Stimme von Sänger Thijs Kuijken wären neuere I am Oak Alben (davon gibt es mit dieser Veröffentlichung nämlich schon vier) nicht viel mehr als trüb lächelnd gezupfte Folk Songs mit mal sanften E-Piano Einsätzen, immer wieder Gesamt-Band-Gesang und hin und wieder zart verzerrten Gitarren. Aber naja, deshalb kommt sie ja eben doch zum Tragen, diese Junge-Väter Stimme von Kuijken. Merklich hält sie diesen Gesamtsound zusammen, macht ihn abhängig von sich. Eine Bürde, der ihre müde Schwere anzuhören ist.

Vorgänger Album Nowhere Or Tammensaari (2012) funktionierte nach ähnlichem Prinzip (natürlich auch wieder was den Album Namen betrifft … denn ja, was sagen diese Titel dem unbedarftem Publikum eigentlich?!). Nicht zufällig sind beide Alben aber die einzigen Veröffentlichungen bis dato, die Kuijken mit einer Band und nicht wie früher solo aufnahm. Solo war er nämlich durchaus (und naturgemäß) eigenwilliger, man höre nur Sou Ka (2010). Im Prinzip aber alles immer wieder ein Indiz für den Zentralismus um diese Stimme und dem Drumherum. Ach, und Referenz-Time: ähnlicher Sound und auch Benelux: die Isbells aus Belgien. Kennt die jemand?! Tolle Band. Hab ich 2011 mal in Dresden live gesehen (Song Reunite lohnt sich!). Wecken bei mir aber schwermütige Erinnerungen, verletzte Herzen und andere wenig heitere Auswüchse. Hach, hach.

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I am Oak also ähnliche Kerbe. Aber weniger biografische Konnotationen bei mir. Ähnlich schwermütig klingts oder eher ähnlich “nachdenklich ausdefiniert”. Aber dafür – und das ist das Steckenpferd von I am Oak – mit immer wieder Natur-Metaphern in den Lyrics. Eiche und so. Kann man machen und kauf ich hier gern ab. Letztlich schwankt Album Ols Songd immer gern zwischen spärlicher Akustik-Gitarre + Gesang und oben beschriebener vollerer Instrumentierung. Letztere bumst erfreulicherweise immer an den passenden Stellen rein. Alles andere klänge penetrant, hier aber sehr willkommen.

Unausgeschmückte Erzählungen, vertonte Rückzüge. Ob ins Private oder in die Natur ist da manchmal egal. Es gibt eben Momente, da braucht man diesen Zweite-Reihe-Sound. Es gibt Momente, in denen erträgt man nicht mehr, als genau diesen. I am Oak ist eine Eiche zum Anlehnen. Anlehnen und weiter. Aber Anlehnen ist eben wichtig. Oft wichtiger als die Eiche selbst.

Wertung von 10:
7von10 klein

Sehr bald Live:

24.02. Greifswald – Kontor Keller
25.02. Potsdam – Waschhaus
26.02. Mannheim – Cinema
27.02. (CH) Rohrschach – Treppenhaus
28.02. (CH) Basel – BScene
01.03. Marburg – KFZ
02.03. Berlin – Privatclub
03.03. Dresden – Ostpol
04.03. Leipzig – Wärmehalle Süd
05.03. Hamburg – Molotow
06.03. Düsseldorf – FFT
07.03. Wuppertal – Bürgerbahnhof
08.03. Karlsruhe – Café Nun
09.03. Offenbach – Hafen 2
10.03. Aachen – Musikbunker