Lukas-Batteau-wasteland

Den in Südkorea und den USA aufgewachsenen, heute in den Niederlanden beheimateten Lukas Batteau trifft man im musikalischen Spektrum der unaufgeregten Gitarren und frühlingshaften Melodien wieder. Und geschmückt mit dessen zart drückender Stimme bringt das vorliegende Debüt Album Wasteland hin und wieder auch hörenswerte Ergebnisse hervor. “Cannonball” gefällt. “The Storm” auch. Vielleicht noch “Dance For The Dead”. Aber ich glaube, es ist kein Zufall, dass es auch genau diese Songs sind, die mit circa vier Minuten Laufzeit zu den längsten des Albums gehören.

Ja, die längeren Songentwürfe stehen Batteau gut. Der Opener “Enchanted” (2:22) z.B. verpufft in seiner Wirkung, da dem ihm innewohnenden Potential allzu früh die Luft abgedreht wird. So früh, dass sich der lässig sympathische Zupf-Part zur Mitte des Songs eben nur einmal vortuen kann und auch nur einmal die Mundwinkel des Hörers hochzieht. Schade.

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Etwas schüchtern zwirbelt sich Batteau durch dieses Album. Der große Wurf ist es sicher nicht. Viele kleine Ideen hier und dort vertreut. Ideen, an denen man ja seinen Einfallsreichtum an der Akustik-Gitarre feststellen kann. Wenige dieser Ideen aber wollen hängenbleiben, aufzugehen, oder: in seinem Wasteland versickern. Viele bleiben angeheftet, wie z.B. das kurze Gitarren Intro für Song “Waterside”. Eines nämlich, von dem ich denke, dass es sich zum Ausbau präsentiert, darauf hin aber gleich wieder verworfen wird. Wird sich jedoch wie im Instrumental “Prelude (The Still)” die Zeit genommen, über zwei Minuten ein entspannendes Zupf-Thema auf dem Album zu plazieren, dann passiert das vollkommen abwechslungsfrei und in einfacher Wiederholung des immer gleichen Musters. Nach dem dritten Durchlauf ist das ein typischer Skip-Kandidat. Wieder so eine verpasste Chance.

Hinzu kommt, dass Batteau stimmlich gefährlich oft an die Intonation eines altersmilden Eddie Vedder erinnert. Das kommt zuerst vielleicht ganz gut. Langweilt aber dann doch schneller, als ich es für möglich hielt. Auch hier fehlt es mir an Durchsetzungsstärke. Von softem Gitarren Pop mit dem üblichen Schmuck hingegen kriege ich ansonsten zu viel des Guten.

Wasteland ist ein insgesamt gebücktes Album, dem eine Portion Selbstbewusstsein fehlt. Von weinerlich bis heiter ist stimmungsmäßig zwar alles vertreten. Die äußeren Randbezirke dieser Zustände, dort, wo es überhaupt spannend ist, werden dafür kaum ausgeleutet. Und das ist im Fall von Batteau, der ja auf Emotion baut, ein sehr unbefriedigendes Ergebnis. Böse formuliert, ist das hier Schwiegersohn-Musik. Kaffeekränzchen und Schulterzucken. Freundlich formuliert, ist Batteau ein Musiker, dem ich mehr zutraue und dessen nächsten Veröffentlichungen die überzeugenderen sein werden.

Wertung von 10:
5von10-klein

Ab März live in Deutschland

25.03. Mainz – Schon Schön
28.03. (CH) Zürich – Bar Rossi
29.03 Stuttgart – Cafe Galao
03.04. Berlin – Duncker
04.04. Chemnitz – Aaltra
05.04. Berlin – Kaffee Burger
06.04. Ulm – Cafe Cat
10.04. Gern (bei Eggenfelden) – Rossstall
11.04. Hamburg – Nochtspeicher
12.04. Fürstenwalde – Parkclub